Kf 251: Doppelte Einsatzplanung – Vom Bauchgefühl zum Richtigmachen

28. Juli 2026

Ansatz, Technik und vor allem menschliches Miteinander. Mario zeigt auf, wie die Mitarbeitereinsatzplanung rund läuft.

Shownotes

Erwähnte Software:

06-22 Strategiemeeting: Mitarbeitereinsatzplanung in Kanzleien, Auslastungssteuerung und Leistungsentwicklung

Schlüsselpunkte

  • Die meisten Kanzleien (schätzungsweise 90 %) nutzen keine systematische Mitarbeitereinsatzplanung und verlassen sich auf das Bauchgefühl.
  • Ohne Planung kommt es oft zu einer Schieflage: Ein kleiner Teil der Mitarbeiter (ca. 30 %, oft die Leistungsträger) ist stark überlastet, während ein anderer Teil (ca. 30 %) unterlastet ist und nur der Rest (ca. 40 %) eine normale Auslastung aufweist.
  • Diese Überlastung führt dazu, dass die besten Mitarbeiter frustriert sind, ausbrennen oder kündigen. Gleichzeitig führt die Unterlastung dazu, dass Ressourcen ungenutzt bleiben.
  • Die Wahrnehmung der Kanzleileitung ist oft verzerrt, da sowohl die überlasteten als auch die unterlasteten Mitarbeiter den Eindruck von hohem Stress vermitteln, was zu unnötigen Neueinstellungen führen kann.
  • Die Steuerung nach Bauchgefühl führt dazu, dass Aufgaben ungleich verteilt werden: Die fleißigen Mitarbeiter erhalten immer mehr, während die "Minderleister" sich erfolgreich gegen neue Aufgaben wehren.
  • Eine korrekte Mitarbeitereinsatzplanung sollte auf Monats- oder Jahresebene erfolgen, nicht auf Tages- oder Wochenebene, und nur ca. 70 % der Zeit verplanen, um Puffer für unerwartete Aufgaben zu haben.
  • Es werden zwei Arten von "Minderleistern" identifiziert: "Diamanten", die mehr leisten könnten, es aber aus strategischen Gründen nicht tun, und solche, die tatsächlich nicht mehr leisten können.
  • Für leistungsschwächere Mitarbeiter wird ein schrittweiser Entwicklungsplan vorgeschlagen, mit dem Ziel einer monatlichen Steigerung von 5 % des Outputs.
  • Bei überlasteten Mitarbeitern ist es die Aufgabe der Führungskraft, aktiv einzugreifen und Aufgaben umzuverteilen, auch gegen den anfänglichen Widerstand des Mitarbeiters.
  • Eine transparente und gedeckelte Auslastung (z. B. 70-80 %) kann als starkes Argument im Recruiting genutzt werden, um gute Fachkräfte anzuziehen.
  • Eine konsequente Mitarbeitereinsatzplanung kann den Output um bis zu 20 % und den Gewinn um bis zu 40 % steigern.

    Getroffene Entscheidungen

  • Die Planung der Mitarbeiterauslastung sollte nicht nach Bauchgefühl, sondern systematisch erfolgen.

  • Daueraufgaben sollen auf Monatsebene geplant werden, wobei sowohl die benötigte Zeit als auch der erwartete Umsatz berücksichtigt werden.
  • Die Planung selbst wird von den Mitarbeitern durchgeführt.
  • Bei "Minderleistern" wird ein Entwicklungsplan mit dem Ziel einer monatlichen Leistungssteigerung von 5 % umgesetzt. Wenn dieses Ziel wiederholt nicht erreicht wird, erfolgt die Trennung.
  • Überlastete Mitarbeiter werden aktiv von der Führungskraft entlastet, indem Aufgaben umverteilt werden, um Burnout und Kündigungen zu verhindern.

    Aktionspunkte

Aufgaben

AufgabeVerantwortliche ParteiFristAnmerkungen
Mitarbeitereinsatzplanung einführenKanzleileitungSofortPflicht ab 3 Mitarbeitern. Für EO-Comfort-Nutzer wird Cantagram oder inGentis empfohlen; für EO-Classic-Nutzer eine Excel-Lösung.
Daueraufgaben auf Monatsebene planenMitarbeiterLaufendJeder Mitarbeiter plant seine eigenen wiederkehrenden Aufgaben (Buchführung, Löhne etc.) inklusive Zeit- und Umsatzziel.
Über- und Unterlastung prüfen und Maßnahmen ergreifenFührungskräfteMonatlich oder quartalsweiseRegelmäßige Kontrolle der Auslastung und aktive Umverteilung von Aufgaben.
Entwicklungspläne für Minderleister umsetzenFührungskräfteLaufendZiel ist eine monatliche Output-Steigerung von 5%.
Entlastung für überlastete Mitarbeiter sicherstellenFührungskräfteLaufendDie Auslastung ist auf ein nachhaltiges Maß (z. B. 70-80 %) zu reduzieren.

Fristen

  • Monatlich oder spätestens quartalsweise: Überprüfung der Mitarbeiter-Auslastung und Ergreifung von Maßnahmen bei Über- oder Unterlastung.
  • In einer Woche: Frist für überlastete Mitarbeiter, um selbst zu bestimmen, welche Aufgaben sie abgeben. Danach entscheidet die Führungskraft.

    Folgeaktionen

  • Kanzleien mit mehr als drei Mitarbeitern sollten umgehend eine Form der Mitarbeitereinsatzplanung implementieren.
  • Führungskräfte müssen lernen, aktiv in die Aufgabenverteilung einzugreifen, um die Auslastung fair zu steuern und die Leistungsträger zu schützen.
  • Die konsequente Umsetzung der Planung und der daraus resultierenden Maßnahmen ist entscheidend für den Erfolg.

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